Polizeireform
CDU-Abgeordnete halten an ihrerKritik fest
Die Polizeidirektion Waldshut-Tiengen muß nach Ansicht des Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger (CDU) auch in Zukunft erhalten bleiben. Diese Auffassung bekräftigt der Abgeordnete in einem Schreiben an den baden-württembergischen Innenminister Reinhold Gall (SPD).
Die einschlägigen statistischen Werte bei Aufklärung und Verbrechensbekämpfung, die in der Vergangenheit erfolgreichen Konzepte in der kommunalen Kriminalprävention sowie die Wertschätzung und Akzeptanz polizeilicher Arbeit innerhalb der Bevölkerung des Landkreises Waldshut sind nach Meinung Dörflingers Beweis genug, daß man eine funktionierende Struktur im Ländlichen Raum nicht ohne Not zerschlagen dürfe.
Größere Einheiten seien nicht per se schon leistungsfähiger und effizienter, schreibt Dörflinger an den Innenminister. Die erfolgreiche Arbeit der Polizeidirektion Waldshut-Tiengen habe ihre Basis in kurzen Wegen zwischen Polizei und den kommunalen Gebietskörperschaften gefunden. Wenn die Leitung zukünftig in Freiburg oder anderswo deutlich außerhalb des Landkreises säße, sei genau diese Bürgernähe nicht mehr gewährleistet.
Ob es mit der Reform überhaupt zu Einsparungen komme, sei nach Ansicht von Thomas Dörflinger zweifelhaft. Das Eckpunktepapier des Ministeriums selbst gestehe ein, mögliche Einsparungen jetzt noch nicht konkret berechnen zu können; diese ergäben sich erst in der operativen Umsetzung. Dem gegenüber stünden aber jetzt schon fest- stehende erhebliche Kosten etwa bei Umzugstätigkeiten von Mitarbeitern und für den Aufbau neuer Strukturen, die die Einsparungen, so sie denn überhaupt einträten, gleich wieder kompensieren. Thomas Dörflinger: „Insgesamt ist das haushalterisch ein ziemliches Nullsummenspiel, das auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird. Hier wird eine Reform um der Reform willen vorangetrieben.“
Als „völlig an der Realität vorbei“ beschreibt der CDU- Landtagsabgeordnete Felix Schreiner die Rechtfertigungsversuche seines SPD-Wahlkreiskollegen Winkler.
Dieser hatte in einer Pressemitteilung die von Innenminister Reinhold Gall vorgestellten Reformpläne zur Polizei im Land begrüßt. Durch den geplanten Zusammenschluß von 37 Polizeidirektionen im Land ist davon auszugehen, dass der Landkreis Waldshut seine Polizeidirektion und somit einen nicht unbeträchtlichen Teil der insgesamt 256 Stellen bzw. Beschäftigten verlieren wird.
Zwar handelt es sich dabei hauptsächlich um Beamtenstellen, diese hätten ihren Dienstsitz dann aber an einem anderen Standort im Land. „Es ist schon bemerkenswert, dass ein Abgeordneter dieser Region Pläne verteidigt, die den Standort und die Region im Landkreis Waldshut so massiv treffen werden“.
Offenbar steht hier die Parteilinie über den Interessen der Bevölkerung, so der CDU-Abgeordnete weiter. Felix Schreiner erneuert seine Aufforderung an den Innenminister, sowie die regionalen Regierungsabgeordneten, diesen Schritt zu überdenken und sich Ihrer Verantwortung für den ländlichen Raum bewusst zu werden.
So sei auch die Umrechnung von rund 800 frei werdenden Stellen, die nach Aussage der SPD auf das Land verteilt würde aus Sicht des Landkreises Waldshut ein Treppenwitz. „Wir verlieren am Hochrhein mehr, als dass wir gewinnen“, so Felix Schreiner.
|