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Gemeinderat Vincent Ziegler im Interview

10.07.2020

Das Mitgliedermagazin Union intern hat mit Gemeinderat Vincent Ziegler ein Interview geführt.

 
 

Kurzer Steckbrief:

Mein Name ist Vincent Ziegler, ich bin 22 Jahre alt und lebe in Altenburg, einem Teilort der Gemeinde Jestetten. Ich bin gelernter Landschaftsgärtner. Dieser Tätigkeit komme ich seit meinem Lehrabschluss 2017 mittlerweile als Vorarbeiter bei der Firma Frey Gartenbau in Lottstetten nach und bilde dort unsere Auszubildenden in der Praxis mit aus.
Meine Freizeit habe ich dem Vereinsleben unserer Gemeinde verschrieben. Ich bin aktives Feuerwehrmitglied und bilde dort als stellvertretender Jugendwart den Feuerwehrnachwuchs mit aus. Im Ortsverein des Roten Kreuzes durchlief ich die Ausbildung zum Rettungssanitäter und bin dort als Helfer vor Ort aktiv. Die fünfte Jahreszeit gestalte ich als Vorstandsmitglied in der Narrenzunft Altenburg mit. Und zu guter Letzt bin ich noch im Förderverein der Realschule Jestetten als stellvertretender Vorsitzender tätig.

Ach ja: Und seit dem 26. Mai 2019 bin ich jüngster Gemeinderat in der Geschichte Jestettens.

Gemeinderat Vincent Zieglerzoom
Gemeinderat Vincent Ziegler
 
 
 

Warum haben Sie sich entschieden, für den Gemeinderat zu kandidieren? Gab es einen bestimmten Auslöser?
Ich finde es wichtig, dass bei den aktuellen Themen auch die Meinungen und Interessen der jungen Generation mit einfließen sollten. Ich denke aber, da muss ich früher anfangen: Mein Interesse am Politikgeschehen besteht etwa seit der achten, neunten Klasse der Realschule. Ich denke dass die Option, irgendwann in irgendeiner Form politisch aktiv zu sein, seit dort besteht. Ich wurde dann auch schon frühzeitig, unabhängig von dieser Möglichkeit, immer wieder von einem jetzigen Fraktionskollegen angefragt, ich solle mir doch überlegen bei den Kommunalwahlen 2019 als Gemeinderat zu kandidieren. Dann waren bei uns in der Gemeinde die Verbesserung des Mobilfunkes und der ärztlichen Versorgung große Themen. Beides sind für mich wichtige Dinge. Von dort stand dann aufgrund der Anfrage für mich fest, dass ich gerne als Gemeinderat kandidieren möchte um bei speziell diesen Themen mitwirken zu können. Aber auch die Überzeugung, dass das Gremium verjüngt werden sollte, spielte eine Rolle.

Wie haben Ihr Umfeld, Freunde und Bekannte auf die Kandidatur reagiert?
Gut. Ich erfuhr eigentlich nur Zuspruch und Unterstützung. Viele befürworteten auch aufgrund meiner anderen ehrenamtlichen Aktivitäten und den damit verbunden Einblick in diverse Themenbereiche meine Kandidatur.

Wie war für Sie das erste Jahr als Gemeinderat? Haben Sie sich die Arbeit im Gemeinderat so vorgestellt?
Interessant und anstrengend zugleich. Ich hatte anfangs die Möglichkeit einige Kurse zum Einstieg zu besuchen, welche ich gerne genutzt habe. Ich wollte auf die Sitzungen immer bestmöglich vorbereitet sein und investierte dafür viel Zeit mit einlesen, schlaumachen und nachfragen. Das empfand ich anfangs als anstrengend. Das fällt mir jetzt aber auch schon leichter.
Wir hatten bereits viele Interessante Themen auf dem Tisch. Es ist toll hier die Ansichten eines jungen Menschen einwirken lassen zu können.
Die Arbeit ist zeitintensiv. Rats-, Fraktions- und zum Teil Ausschusssitzungen, Besichtigungen, Vor-Ort Termine und ich stelle fest: Man ist immer Gemeinderat. An den Festen und Veranstaltungen im Dorf bist du Ansprechpartner- und die Bevölkerung nutzt dies. Auch hier begleitet dich die Arbeit als Gemeinderat.

Die meisten Kollegen im Rat, sind alte Hasen im kommunalpolitischen Geschäft. Haben Sie das Gefühl, von ihnen ernst genommen zu werden?
Im Großen und Ganzen: Ja! Insbesondere die Aufnahme in die Fraktion und den Ortsverband empfand ich als positiv. Hier diskutieren wir immer auf Augenhöhe. Dies führte auch dazu, dass ich gerne der CDU beigetreten bin.
Klar, haben vielleicht einige andere Kollegen das Gefühl, es fehle mir an Verständnis und Erfahrung. Das merkt man meistens im persönlichen Gespräch. Dies liegt aber daran denke ich, dass diese mich nicht so gut kennen. Ich merke aber, dass der größte Teil froh ist, die Ansichten eines jüngeren Menschen und auch konkret die Meinungen der jüngeren Mitbürger, an denen ich nun mal näher dran bin, bei mir abzufragen.

Interessieren sich andere aus Ihrer Generation für die Arbeit des Gemeinderats?
Ja. Ich werde immer wieder auf unterschiedlichste Themen von Kollegen und Bekannten der gleichen Altersgruppe angesprochen. Ich denke schon, dass hier das Interesse vorhanden ist. Ich führe dann auch belebte und interessante Diskussionen mit meinem Gegenüber. Es sind allerdings andere Themeninhalte. Meine Generation beschäftigt eher den Mobilfunk, oder Freizeitmöglichkeiten, während einer Mutter eher die Kindergartenbetreuung und bezahlbarer Wohnraum wichtig ist, oder einem Rentner die ärztliche Versorgung am Herzen liegt. Aber das ist ja klar.

Wie kann das Interesse von noch mehr jungen Menschen für Politik und insbesondere die Kommunalpolitik geweckt werden?
Im Gespräch mit jungen Leuten bekomme ich oft die Frage gestellt: Was macht ihr eigentlich im Gemeinderat?
Ich denke, dass die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle spielt. Viele Jugendliche und junge Erwachsene bekommen die Infos, was in Ihrem Ort denn alles passiert gar nicht mit, da die Infos in den, für junge Menschen, „falschen Medien“ wie Zeitung und Gemeindeblatt publiziert werden. Ich denke, dass die Parteien und speziell die Kommunen oder man selbst als Gemeinderat, die „neuen Medien“ wie Facebook, Instagram, etc. nutzen sollten um dort die aktuellen Infos zu streuen. Man muss die jungen Menschen dort abholen wo sie sind: Im Internet.
Ich finde aber auch, dass die Vereine hier eine wichtige Rolle spielen. Sie sind die Fundamente unserer Demokratie. Dort lernen junge Menschen Verantwortung zu übernehmen und sich für ihre Ziele einzusetzen. Man sollte in den Vereinen vermehrt jungen Menschen die Chance geben Führungsrollen und Verantwortung zu übernehmen. In den Vereinen fängt die Politik an. Dort gewecktes Interesse kann auch der Beginn zu mehr sein. Zum Beispiel eben ein Engagement in der Kommunalpolitik.

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Die Fragen stellte Dr. Philipp Studinger


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