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Vortrag zum Thema "Kann der islamistische Terrorismus (noch) erfolgreich bekämpft werden?"


Dienstag, 09.05.2017, 20:00 - 22:00 Uhr,

Kur- und Sporthaus „Lesesaal“ in Häusern

Klaus Danner, Leitender Kriminaldirektor & Leiter der Direktion Spezialeinheiten der Polizei Baden-Württemberg, informiert zum Thema "Kann der islamistische Terrorismus (noch) erfolgreich bekämpft werden?"

Pressebericht zur Veranstaltung

Informativer Abend im Kur- und Sporthaus Häusern

Häusern (pic) Gut besucht war am vergangenen Dienstagabend der Lesesaal des Kur- und Sporthauses in Häusern. Auf Einladung des CDU-Gemeindeverbandes Höchenschwand und des CDU-Ortsverbandes Häusern sprach der Leiter der Direktion Spezialeinheiten der Polizei Baden-Württemberg, Klaus Danner, zum Thema „Kann der islamistische Terrorismus (noch) erfolgreich bekämpft werden!

Nach der Erläuterung einiger Begriffe wie Extremismus, Radikalismus, Islam und Islamismus befasste sich Danner im ersten Teil seines Vortrages mit der Ideologie des Islamismus, danach sei die westliche Welt verdorben und moralisch verkommen. Der Jihad sei der legitimierte bewaffnete Kampf zur Ausweitung dieser Weltanschauung und zur Verteidigung des Islam. Die hohe Bereitschaft der IS-Kämpfer den eigenen Tod in Kauf zu nehmen, erkläre sich damit, dass sie daran glauben als Märtyrer direkt in das Paradies einzuziehen, sagte Danner. In den vergangenen Jahren hätten sich die Terrorgruppen „Al-Qaida“ (Pakistan), der sogenannte Islamische Staat (IS) im (Irak), Boko Haram (Nigeria) El Schaba (Somalia), Hisbollah (Libanon - schiitisch) und Hamas (Gazastreifen) entwickelt. Für einen IS-Terroristen gäbe es kein einheitliches Täterprofil. Wir kennen die sogenannten „Schläfer“, die „Homegrown Terroristen“, militärisch agierende Gruppierungen (vornehmlich im Mittleren/Nahen Osten) aber auch nicht organisierte „Einzeltäter“. Gerade die in Deutschland verübten Anschläge von Einzeltätern wie in Würzburg, Ansbach oder auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin im vergangenen Dezember hätten so gut wie nicht verhindert werden können, sagte Danner. Dieser ging auch auf die Strategie der IS-Terroristen ein. So hätte der RAF-Terrorismus der 1970er und 1980er Jahre sich vornehmlich gegen Politiker, hohe Justiz und Militärrepräsentanten, Wirtschaftsführer, Polizeibeamte oder militärisch-industrielle Komplexe gerichtet. Im Gegensatz dazu hat der islamistische Terror möglichst viele Opfer zum Ziel. Ihre Brutalität kennt dabei keine Grenzen.

„Sind wir gegen dieses Terror machtlos?“ Mit dieser Frage beschäftigte sich Danner im zweiten Teil seines Vortrages. Einen 100%iger Schutz gebe es nicht. Der Verfassungsschutz leiste eine wichtige Arbeit im Kampf gegen den Terrorismus. Danner sah es auch kritisch, dass eine deutsche Partei die Abschaffung des Verfassungsschutz gefordert habe. In Baden-Württemberg lebten 450.000 bis 600.000 Muslime, die ihren Glauben in unterschiedlicher Intensität und ganz mehrheitlich im Einklang mit deutschen Gesetzen und unseren Wertevorstellungen praktizieren. Aber zahllose Aufrufe im Internet und Gewaltpredigten salafistischer Gelehrter verleiten einzelne Personen zu Reisen in die Kampfgebiete des Jihad, in der Hauptsache nach Syrien. So wurden 2015 etwa 800 Personen aus Deutschland, davon 75 aus Baden-Württemberg festgestellt. Etwa 1/3 kamen wieder zurück, gegen sie wird zum Teil strafrechtlich ermittelt wird. Der Zulauf zum IS insbesondere durch junge Menschen habe viele Gründe. Danner nannte hier die schnelle und ständige Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten, politische und sozioökonomische Phänomene, wenig oder unzureichende Perspektiven, Integrationsprobleme oder eine Radikalisierung über gruppendynamische Prozesse. Mit schärferen Gesetze oder mehr Personal könnten nur bedingt Terroranschläge verhindert werden. Kein Staat kann einen umfassen Schutz gewähren, sagte Danner. Er forderte dazu auf, die Sicherheitsbehörden zu unterstützen und verdächtige Wahrnehmungen sofort an die nächste Polizeidienststelle weiter zu geben. Wir wollen Strukturen erkennen und dazu sind viele Informationen notwendig. Seien sie versichert, das die Polizei alles tut, um Terroranschläge zu verhindern, sagte abschließend Danner.
Foto: Stefan Pichler

Georg Villinger, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Höchenschwand, Klaus Danner, Anita Tröndle, stellvertretende Vorsitzende und Schriftführerin des CDU Gemeindeverbandes, Thomas Schmidt, Vorsitzender des CDU-Ortsvereines Häusern bei der Übergabe eines Gastgeschenkes an Klaus Danner.

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