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Millioneninvestition in die Zukunft
Landwirt Oswald Tröndle aus Höchenschwand hat eine Heutrocknungsanlage bauen lassen, um Biomilch liefern zu können

CDU-Gemeindeverband Höchenschwand besucht mit dem Kreisvorsitzenden Felix Schreiner den Landwirt


von Stefan Pichler

Mehr als eine Million investierte Landwirt Oswald Tröndle, um in Zukunft Bio-Heumilch an seine Molkerei liefern zu können.  Die Milchproduktion ist auf 1000 Meter nicht mit einem Betrieb in der Ebene vergleichbar, sagt Oswald Tröndle. Viele Gedanken haben er und seine Familie sich zur Zukunft ihres Hofes im Ortsteil Oberweschnegg gemacht. Schon seit 2017 hätten sie darüber nachgedacht, welchen Weg sie beschreiten sollten. Eine der Überlegungen war es, die Anzahl der Kühe auf biszu 250 zu verdoppeln. Das wurde aber wieder verworfen. Deshalb suchte er auch fachliche Unterstützung:"Wir haben uns mit einem Berater von Bioland in Verbindung gesetzt. Dort wurde uns vorgeschlagen, über die Produktion von Heumilch nachzudenken. Wir haben dabei erfahren, dass wir hier mit 70 Kühen ein besseres Ergebnis erzielen könnten als derzeit  mit unseren 120 Kühen ", sagte der Landwirt.

Da es zu der damaligen Zeit aber keine Abnehmer für Heumilch gab, die im Vergleich teurer sei und eine höhere Wertschöpfung brauche, verfolgte er den Vorschlag zunächst nicht weiter. Bewegung kam dann ein Jahr später,Ende 2018, in die Sache:Die Molkerei Schwarzwaldmilch kündigte den Bau einer Käsemanufaktur in Titisee an. Tröndle fragte formlos bei dem Freiburger Unternehmen nach, ob sein Betrieb als Lieferant erfasst werden könnte. Und tatsächlich: "Wir bekamen eine bedingte Zusage unter der Voraussetzung, dass wir Bio-Heumilch lieferten", erinnerte er sich.

Es folgten intensive Gespräche mit verschiedenen Behörden und schließlich beschloss die Familie, die Milchproduktion auf Heumilch umzustellen. Damit war auch die Entscheidung für ein Millionenprojekt gefallen: Für rund 1,3 Millionen Euro sollte eine Heutrocknungsanlage entstehen.

Neue Halle in Oberweschnegg

Die neue Halle in Oberweschnegg, in der die Heutrocknungsanlage untergebracht ist. Foto: Stefan Pichler

Begleitet wird die Investition durch eine weitere Vergrößerung:"Zusätzlich werden wir auch in naher Zukunft unseren Bestand an Kühen auf 200 bis 250 Tiere verdoppeln", sagte Tröndle. Das Großprojekt umzusetzen sei schwieriger gewesen als gedacht. Er habe eigentlich mit höheren Zuschüssen gerechnet. Das Land wollte aber die Anlage nur mit 20 Prozent fördern, erläuterte Tröndle bei einem Besuch des CDU-Ortsverbandes und des Kreisvorsitzenden, MdB Felix Schreiner. Dieser Betrag sei dann um einen "Junglandwirt-Zuschuss" aufgestockt worden, als "wir unseren Sohn in die Produktion eingebunden haben". Beinahe wäre der Stichtag für die Antragstellung verpasst worden, weil das Regierungspräsidium Freiburg kurzfristig weitere Unterlagen angefordert hatte, sagte der Landwirt.

Auch bei den Bauarbeiten lief es nicht rund. Den Auftrag hatte nach der Ausschreibung ein einheimisches Bauunternehmen erhalten, das aber wiederum ein Subunternehmen aus Osteuropa beauftragte.

Besuchergruppe mit Felix Schreiner

MdB Felix Schreiner informierte sich zusammen mit Mitgliedern des Gemeindeverbandes Höchenschwand vor Ort über die Baumaßnahme von Oswald Tröndle

Deren Arbeitstempo habe nicht seinen Vorstellungen entsprochen, sagte Tröndle, die Fertigstellung der Halle verzögerte sich um vier Wochen."Eigentlich sollte das Dach bis Dezember 2020 drauf sein, aber da standen noch nicht einmal alle Binder", erinnerte sich Tröndle. Der frühe Wintereinbruch habe die Arbeiten zudem behindert. Im Mai war es dann endlich soweit: Oswald Tröndle konnte die fertige Heutrocknungsanlage mit einem Fassungsvermögen von 8000 Kubikmeter in Betrieb nehmen. In der Anlage wird das eingelagerte Heu mit warmer Luft, die sich über das Blechdach erwärmt, getrocknet, erläuterte er beim Rundgang mit seinen Besuchern. Die Luft wird dafür in großer Höhe abgesaugt und in den Heustock geblasen. Bei schlechtem Wetter wird die eigene Wärme des Heus genutzt -die Luft wird angesaugt, über einen Entfeuchter geführt und in den Heustock zurückgeblasen.

Gebläse

Oswald Tröndle vor dem Ventomat zur Heubelüftung

Heukammer

Das Foto zeigt eine mit Heu gefüllt Kammer in der großen Halle

Das Heu, das in der Anlage getrocknet wird, stammt nur von selbst bewirtschafteten Wiesen, sagte Tröndle. Zukaufen sei kaum möglich, denn die Wiesen, die dafür gemäht werden, müssen ebenfalls nach Bioland-Regeln bewirtschaftet sein. Das ganze in der neuen Anlage getrocknete Heu benötigt er zur Fütterung der eigenen Tiere. Der unternehmerische Mut von Oswald Tröndle habe ihn beeindruckt, sagte CDU-Kreisvorsitzender Felix Schreiner bei dem Besuch. Die Familie habe viel investiert, um diesen landwirtschaftlichen Betrieb auch für die nächste Generation am Leben zu erhalten.


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