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Langjährige CDU-Mitglieder geehrt

Werner Rautenberg und Alois Heinen für 50 jahre und Klaus Danner für 40 Jahre geehrt

(pic) Für ihre langjährige Mitgliedschaft in der CDU wurden kürzlich Altbürgermeister und Ehrenbürger von Höchenschwand, Werner Rautenberg, der ehemalige Gemeinderat und Bäcker- und Konditormeister Alois Heinen (50 Jahre) sowie der ehemalige Leiter der Polizeidirektion Waldshut, Klaus Danner, seit 2017 Ombudsmann für die Flüchtlingserstaufnahme in Baden-Württemberg (40 Jahre), geehrt. Stefan Pichler sprach mit den Geehrten:

Werner Rautenberg:
Er sei schon immer politisch interessiert gewesen. Als 16-jähriger habe er die 68er Jahre erlebt, als die meisten Studenten den Kommunismus und Sozialismus verteidigt und unterstützten. Selbst der Einmarsch russischer Truppen zur Niederschlagung des „Prager Frühlings“ sei für viele „rote“ Intellektuelle nur ein „kleiner Unfall der Geschichte“ gewesen. Dies habe bei ihm dazu geführt, dass er sich den Konservativen angeschlossen habe. Er sei damals politisch sehr aktiv gewesen und habe in Schonach eine Ortsgruppe der Jungen Union gegründet. Auch habe er sich dem Wahlkampfteam von Erwin Teufel angeschlossen, der sich 1972 als jüngster Kandidat in den Landtag beworben habe. „Erwin Teufel wurde mein Vorbild und blieb es Zeit meines Lebens“, sagte Rautenberg.
Mit den Jahren aber seien die Zweifel am Kurs der CDU gewachsen. Er habe einfach das Gefühl, dass die CDU ihre christlich, konservative Prägung viel zu sehr vernachlässige, ja in manchen Fragen beinahe verrate. Natürlich sei es für ihn hart gewesen, dass in seinen letzten Amtsjahren als Bürgermeister von Höchenschwand die Gesundheitsreform von Horst Seehofer dazu geführt habe, dass etliche Kliniken im Ort schließen mussten. Deshalb wäre er aber nicht aus der CDU ausgetreten. „Eine andere Partei kommt für mich nicht in Frage, denn noch immer stimme ich in vielen Bereichen mit der Politik der CDU überein. Ich habe Respekt vor dem Engagement vieler Politiker, kann aber etliches nicht mehr unterschreiben“, sagte Werner Rautenberg.

Alois Heinen:
Eigentlich sei er Zeit seines Lebens der CDU nahegestanden. Der damalige Vorsitzende der CDU-Ortsgruppe Höchenschwand, Emil Kaiser, habe ihn 1971 als Mitglied geworben. Er sei eingetreten, weil die CDU seiner Überzeugung und seiner christlichen Erziehung am ehesten entsprochen habe. Politisch habe er sich in der Gemeinde betätigt und sei vom 1984 bis 2004 für die CDU im Gemeinderat gewesen.
Persönlich hätten ihn der frühere CDU-Vorsitzende und Bundeskanzler Hans-Georg Kiesiger und Ministerpräsident Erwin Teufel sehr beeindruckt, dagegen habe er die Politik von Ministerpräsident Stefan Mappus eher kritisch gesehen. Enttäuscht sei er, dass es die CDU Baden-Württemberg bei den letzten Wahlen nicht geschafft habe, einen guten Kandidaten gegen Winfried Kretschmann aufzustellen. Auch verstehe er nicht, dass Thomas Strobel, der nicht einmal ein Direktmandat in seinem eigenen Wahlkreis gewinnen konnte, für die CDU die Sondierungsgespräche mit den Grünen geleitet habe. Als Hotelier sei er der Meinung, dass Deutschland die Flüchtlinge brauche. Allerdings sollte das Aufenthaltsrecht besser geregelt werden. „Wir kämen in unserer Branche ohne Ausländer gar nicht aus“, sagte Heinen. Obwohl er nicht mit allem einverstanden sei, was die Bundes- und Landesregierung mache, fühle er sich in der CDU noch gut aufgehoben.

Klaus Danner:
Als er in die CDU eingetreten sei habe es Mitte der 70er Jahre intensive Diskussionen um den Nato-Doppelbeschluss gegeben. Damals sei Helmut Kohl Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion gewesen, der ihm imponiert habe. Anders als Helmut Schmidt habe er für mehr Druck gesorgt und eine klarere Position bezogen. Zu dieser Zeit sei er 23 Jahre alt gewesen und war schon seit fünf Jahren Polizeibeamter beim Polizeirevier in Singen. Danner erinnerte in diesem Zusammenhang an die Schießerei mit den RAF-Terroristen Günter Sonnenberg und Verena Becker in seiner Stadt. Er habe mit einem VW-Käfer das Fluchtfahrzeug verfolgt. Kohl habe beim Thema „Innere Sicherheit“ und bei der Verstärkung der Polizei eine klare Kante gezeigt.

Als Polizeibeamter habe er später im Landkreis Esslingen gewohnt und sich dort im Arbeitskreis der Polizei engagiert. So sei er unter dem späteren Bundestagsabgeordneten Clemens Binninger stellvertretender Bezirksvorsitzender gewesen. Nach Tätigkeiten beim LKA und als Leiter der Kripo in Waiblingen sei er PD-Leiter in Waldshut geworden. Hier habe er sich bereit erklärt, im Kreis- und Bezirksvorstand der CDU mitzuarbeiten.

Die Politik der CDU habe er teilweise sehr kritisch gesehen, denn er sei ein Mensch, der klare Positionen beziehe und auch vertrete. „Ich schätze Frau Merkel sehr, aber ihre Flüchtlingspolitik war ein Schuss in den Ofen“, sagte Danner. Auch wie sich seine Partei in der jetzigen Kanzlerkandidatur verhalte, sehe er eher kritisch. Trotzdem bleibe er CDU-Mitglied. Man müsse für seine Überzeugung, seine Werte und Auffassungen eintreten. Wenn man unterliege sei das schmerzlich, aber demokratisch. Nur so könne man die demokratischen Parteien weiter auf Kurs halten.
Foto: Stefan Pichler

Ehrungen

v.l. Werner Rautenberg, Alois Heinen und Klaus Danner


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